Willkommen auf dem ersten Beautyblog weltweit – seit 2005

Der Blog ist seit 2005 meine Referenz im Bereich Beauty & Fashion.
Smart Skills wie Humor, kultureller Kontext und eine intellektuelle, reflektierte Haltung ergänzen mein Fachwissen als Stilberaterin.
Ich schreibe aus und über meinem Alltag und Wissen: Als Frau, als politische Person, als Stilberaterin, als Social Media Forschende, als Image-Expertin und als Unternehmerin.

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Faschistoide MAGA Ästhetik – ein erneuter Wendepunkt der Geschichte

Mit diesem Beitrag werd eich sicherlich wieder bei Google eine Abmahnung bekommen, also kommentiert und teilt kräftig. Geld? Yes, danke.

Ich finde das, was vor unser aller Augen passiert, besorgniserregend, weil so viele Dinge normalisiert werden, von ebendieser faschistoiden Ästhetik bis hin zum offenen Rechtsbruch und damit das Verschieben moralischer und ethischer Grenzen.
Sich öffentlich dagegen zu positionieren ist Selbstmord meinerseits, andererseits bin ich das Enkelkind eines deutschen(sic!) Auswanderes, der in den Krieg gezwungen wurde und im russischen Lager war. Aber wer sollte sich seiner Verantwortung stellen, wenn nicht wir, die Generation, die das Bindeglied zwischen 1933 und 2025 ist? Im öffentlichen Diskurs tun es “die Deutschen” nämlich kaum.

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Cheap thrills – Billige und gute Pflegeprodukte

Wie können Kosmetikprodukte eigentlich so große Preisunterschiede haben??
Zwischen 1 und 100 Euro für das gleiche Produkt. Man zahlt für Formulierung, Wasser, Verpackung, Marketing und somit das subjektive Luxusgefühl durch den Preis. Hier und da sind die Produkte nicht so wässrig und halten länger. That’s it.

Meine Schwachstelle: Formulierung. Seidige, nicht klebende Texturen locken mir definitiv das Geld aus der Tasche!

Was sofort wieder im Waschbecken landet wie Shampoo, Duschgel und Geischtsreiniger, kaufe ich daher grundsätzlich so günstig wie möglich.
Da bleibe ich Fan von Alverde Shampoos, die sich immer wieder neue Namen und Inhaltsstoffe einfallen lassen, aber im Grunde ein Produkt iterieren: Waschzeug mit milden Tensiden, mal mehr, mal weniger pflegend. Faves habe ich ehrlich gesagt nicht wirklich, ich wasche täglich Haare und das überleben die nur durch eine sündteure Spülung und regelmäßiges Haare schneiden.

Bodylotions habe ich weniger im Bad stehen gehabt, aber durch den Winter und die Perimenopause bekomme ich trockene Haut. Ich habe wahllos Produkte mit Urea gekauft, um sie mir auf die Füße zu schmieren, und hatte keine großen Erwartungen. Die DM Eigenmarke Balea bietet eine nett parfümierte Bodylotion an, die nach Gummibärchen riecht, und knapp 2 Euro kostet. Enthält ausreichende 5% urea. Und ich meine: Zwei!! Euro!! Zieht schnell ein, klebt kaum, ist absolut okay für den täglichen Einsatz, zumal zu diesem Preis. Sexy? Naja. Erkennbar an dem pinken Verschluss, mehr muss man nicht wissen, Namen und Verpackungen werden sowieso permanent geändert.

Und nachdem ich bei Aldi eine leider parfümierte, dennoch sehr gute und günstige Pflege für das Gesicht gefunden habe, warf ich todesmutig die Lacura (Aldi Eigenmarke) Urea Med Bodylotion ins Körbchen. 15% Area sollte selbst einen toten, trockenen Baum befeuchten können, und so ist die Lotion als Pflege für Neurodermitis ausgelobt, was mir seltsam vorkam, da Urea auf verletzter Haut wie die Hölle brennen kann. Dieses Produkt tut das nicht. Es zeichnet sich allerdings durch einen widerlichen Duft aus, was angesichts des Preises und vor allem der Pflegewirkung zumutbar ist. drei oder vier Euro?! Ich meine, hallo? Ich verwende es auch gerne für die Hände, wo es wahre Wunder wirkt.

Was ich noch nicht gefunden habe, ist eine Reinigungsmilch, die parfümfrei und tensidfrei ist, und ebenfalls spottbillig. Allerdings bin ich was mein Gesicht betrifft weniger probierfreudig – da haben meine Füße schon eher so manche überteuerte Creme kennenlernen dürfen.

Deutsches Schauspielhaus: Die Maschine oder: Über allen Wipfeln ist Ruh

„Anita Vulesica, die mit »Die Maschine« ihr Debüt am Deutschen SchauSpielHaus gibt, geht in ihrer Inszenierung noch einen Schritt weiter: Bei ihr arbeitet die künstliche Intelligenz der Maschine, indem sie nach dem Wesenskern menschlicher Poesie sucht, an der Rettung der Menschen vor sich selbst und einer alles beherrschenden instrumentellen Vernunft.“

Zwischen den Jahren habe ich das nun mehrfach prämierte Stück in Hamburg gesehen und völlig vergessen, darüber zu schreiben. Da es noch Termine gibt, hole ich das nach.

Disclaimer: Ich bin Theaterbanausin, halte persönlich Goethe für überschätzt, schätze ihn aber als Vertreter deutscher Sprache, und bin Kulturwissenschaftlerin mit einem Background in Computersemeiotik.
Damit bin ich zu 100% die Zielgruppe dieses Stücks, das ich allerdings völlig zufällig gesehen habe, da ich mit meiner Freundin an dem Tag was unternehmen wollte. Die Tickets waren sündteuer, ich habe mich ziemlich über den Preis mokiert, und entsprechend das Publikum: Mit fast 50 Lenzen gehörte ich definitiv zu den jüngeren. Die Boomer haben Geld und Zeit für Kultur, während die Millenials für deren Rente arbeiten.
Trotzdem – Wertschätzung dafür, dass die Boomer Geld für Kultur ausgeben.

Mein Eindruck ist zutiefst persönlich und subjektiv und hat mit einer klassischen Theaterkritik nichts zu tun. Das Stück hat mir gefallen – aufgrund der unglaublichen Leistung der Schauspieler*innen, mit völlig ernster Miene und absolut fehlerfrei die hunderten Iterationen des Stückes aufzusagen. Das Publikum hat oft gelacht, was ich befremdlich fand, denn so funktionieren Computer nun mal?! Mein inneres Schmunzeln bezog sich mehr darauf, dass ich mich fragte ob das Informatiker-Humor sein würde oder ob solche Leute eher achselzuckend dort sitzen würden. Das Vorurteil ggü. Informatikern (nicht gegendert) gibt es nicht völlig umsonst.

Das Stück ließ mich persönlich keinerlei Gesellschaftskritik erkennen, es war einfach bestens unterhaltsam, was in Zeiten einer faschistischen Übermacht der Technologie Konzerne meines Erachtens gerade fehl am Platze wirkt. Auf der anderen Seite kann Kunst nicht immer kritisch sein (ist das so?!) und muss manchmal einfach „delighten“ – also bezaubern, ablenken und erfreuen. Ballett tanzt schließlich auch nicht gegen den Kapitalismus (warum nicht??)

Ich empfehle das Stück, gerade für nicht Theater-Gänger*innen, und würde mit einer automatisierten Bestellung bei McDonald’s am Hauptbahnhof den Abend abschließen, damit es den richtigen Nachhall hat.

Kristine Bilkau im Literaturhaus Hamburg online streamen

Am Mittwoch, den 2. April 2025, kann man ihre Lesung für sechs Euro streamen.
Macht Euch ein Tee und chillt.
Ab 19:30 – da sind die Kinder schon im Bett, hoffe ich…

Tickets gibt es hier:

https://www.literaturhaus-hamburg.de/veranstaltungen/kristine-bilkau-2025-04-02/

Perlen, Perlen

Perlen waren früher viel kostbarer als Diamanten oder andere Edelsteine. Früher – vor der “Erfindung” der Zuchtperle von dem heute immer noch berühmtem japanischen Perlenlabel Mikimoto in 1893.
Davor wurden Perlen per Tauchgang gesammelt, über Jahre hinweg wurde eine einzelne Perlenkette zusammengestellt.
Für einen Perlenstrang soll einer der Cartier Brüder in New York ein ganzes Gebäude eingetauscht haben, und zwar an der 5th Avenue, schon damals nicht gerade eine günstige Adresse.

Heute gibt es Perlen in jeder Preislage, allen Formen und fast allen Farben, wobei die Echtheit von Perlen schwer festzustellen ist. Außer sie sind von Chanel, dann ist es Glas und hat mehr gekostet als echte Perlen.

Und sie gelten als spießig! Konservativ! Ich weiß nicht welche Assoziation damit noch verbunden wird?! ich hatte ein Porträt machen lassen und trug jedes mal meine kleine Perlenkette drauf, und jedes Mal wurde das kommentiert. Perlen galten früher als Symbol der Macht und wurden von Männern getragen, ach so, natürlich! Je mehr desto besser, und erst relativ spät kamen die Perlen nach Europa, ebenfalls als Symbol der Macht. So wie rosa nicht für Mädchen, sondern für Jungs stand. Ich persönlich assoziiere damit eher einen klassischen, schlichten Stil, ein Schmuck der bei jedem anders wirkt und somit sehr individuell ausgesucht werden sollte. Dass ich damit Macht ausstrahle, na, umso besser, wenn auch lächerlich, ich brauche dafür keinen Schmuck.

Und hier kommen wir zum Kasus Knacktus: Sie wirken auf jeder Haut anders, zumal wenn sie sich erwärmen. Was noch hinzu kommt: Das Styling drumherum ist das A und O.
Eines meiner beliebtesten Bilder war vor sehr vielen Jahren ein Outfit mit einem grauen Kapuzensweater und einem krassen Make-up, dazu die Perlen. Viele Kontraste, vor allem stilistisch. Weil ohhh, das sprengte alle Vorurteile! Die da wären:

“Perlen sind konservativ”.
Mit einem Kostüm und Pumps sind Perlen in der Tat der Inbegriff der Spießigkeit. Und das kann in bestimmten Kontexten einfach auch wichtig sein, wenn man sehr seriös und vertrauenserweckend erscheinen möchte. Warum es also nicht nutzen? Getragen mit einer weißen Bluse, oder einem Twinset; es bekommt aber sofort einen modernen und coolen Twist, sobald man das Farbschema sprengt und nicht bei neutralen Farben verbleibt. Das gilt für die Farbe der Perlen sowie für das Outfit.

“Perlen sind nur für alte Frauen.”
LOL! Warum werden Perlenketten dann wieder an junge Männer vermarktet? Na, neue Zielgruppe, aber auch: Why not. Alle können das tragen.

“Perlen machen alt”.
Alt im Kopf sein macht alt. Davon abgesehen werden Perlen gerne zur Konfirmation geschenkt oder zum Abitur, und sind einfach ein Schmuckklassiker. Klassisch herumlaufen heißt nicht “alt sein”.

Perlen an sich können aber auch in NICHT klassischer Form ausgewählt werden. Barockperlen sind sehr eigen, Tahitiperlen kostbar und farblich sehr markant, es gibt für jeden Geschmack etwas.

Es ist immer eine Frage der Dreiecks Schmuck, Persona und Kontext. Dafür habe ich Zeichentheorie inhaliert?! Ja, denn alles ist mit Bedeutung aufgeladen und entsprechend kann man das “konstruieren”. Und dekonstruieren, und konstruieren, ad infinitum…

Ich trage Perlen mit klassischen Outfits, mit derben Stiefeln, am liebsten zu eher sportlichen Schnitten, aber hochwertigen Materialien. Und ja, ich habe immer noch nicht die perfekte Perlenkette gefunden, weshalb frau ja auch mehrere haben sollte. Müssen ja nicht echt sein – wenn, dann sollten sie kein Vermögen kosten. Für ein schönes Erbstück wird mensch vierstellig investieren müssen, das ja. Es muss übrigens kein superduper Verschluss dran, der auch mit ein paar Tausend Euro zu Buche schlägt, kann aber ein toller Blickfang sein. Gute Goldschmiede arbeiten das auch so, dass man den Verschluss dann ggf. als Anhänger tragen kann.

Wissenswertes zu den preisintensivsten Perlen, den dunklen Tahiti Perlen, die es allerdings auch silbern und sogar weiß gibt – siehe Bild:
Tahitiperlen müssen in der Zucht in einer schwarzlippigen Austernart (Pinctada margaritifera cumingii) bis zu sechs Jahren wachsen, sind am teuersten als schillernde Version in allen Farben, farblich Pfau genannt, und mit rein grünem, bläulichen oder auberginefarbenen Schimmer. Schwarzgrüne Perlen gibt es am häufigsten und daher sind sie nicht ganz so teuer. Sie werden nach GIA bewertet, also Farbe, Form, Größe, Perlmutt, Glanz, und Glätte der Oberfläche. Merke: Schöne, große, glänzende Perlen mit kleinen Sprenkeln drauf sind kostbarer als die perfekte, kleinere Version.

Tatsächlich hatte ich neulich ein sehr schönes Exemplar für 31.000 Euro in der Hand, das aus verschiedenfarbigen Tahiti-Perlen bestand, die wirklich makellos waren. Schön, aber auch fast zu schön, nahezu künstlich.
Zwar ist diese Qualität selten und entsprechend teuer, aber es handelt sich dabei immer noch um Zuchtperlen, also gibt es eher keinen Mangel. Bislang – dank der Klimaerwärmung wird das anders werden 🫠

Möchtest Du eine richtig geile Perlenkette haben ohne den schmerzenden Preis? Ich kenne da jemanden… schreib mir, ich kümmere mich darum.