Faschistoide MAGA Ästhetik – ein erneuter Wendepunkt der Geschichte

Mit diesem Beitrag werd eich sicherlich wieder bei Google eine Abmahnung bekommen, also kommentiert und teilt kräftig. Geld? Yes, danke.

Ich finde das, was vor unser aller Augen passiert, besorgniserregend, weil so viele Dinge normalisiert werden, von ebendieser faschistoiden Ästhetik bis hin zum offenen Rechtsbruch und damit das Verschieben moralischer und ethischer Grenzen.
Sich öffentlich dagegen zu positionieren ist Selbstmord meinerseits, andererseits bin ich das Enkelkind eines deutschen(sic!) Auswanderes, der in den Krieg gezwungen wurde und im russischen Lager war. Aber wer sollte sich seiner Verantwortung stellen, wenn nicht wir, die Generation, die das Bindeglied zwischen 1933 und 2025 ist? Im öffentlichen Diskurs tun es “die Deutschen” nämlich kaum.

Okay, von vorne. Obwohl ich meinen Twitter Account gelöscht habe, pflege ich das Doomscrolling nach wie vor, halt auf BlueSky. Angeblich waren die Nachrichten schon immer „so“ schrecklich, aber seriously?! Nein. Wir sehen gerade live und in Farbe wie sich 1933 wiederholt, nur halt – noch – woanders. Die USA als Ablenkungsmanöver für Dinge, die wir sonst nicht mitbekommen, vermute ich.

Jedenfalls bleibe ich heuer bei meiner Kernkompetenz Image und Ästhetik und schreib diese Zeilen nicht ohne Würgereiz. Wobei, es ist mehr: Es ist eine Mischung aus Ungläubigkeit, Entsetzen und angewidert sein.

An vorderster Front: Eine Rolex! Es ist ja jetzt an der Zeit, sich als Unternehmen von Nazis zu distanzieren. Natürlich kann man den Diktatoren und Despoten dieser Welt nicht die Luxusgüter entziehen, aber diskretes Schweigen ist dasselbe wie Zustimmung.

Folgendes Bild:
Die langhaarige Trumpista, mit sorgfältig eingedrehten Extensions, bis zur künstlich vergrößerten Brust, steht in einem weißen, hautengen Langarm-Shirt, sorgfältig und modisch nur vorne eingesteckt, vor einem Gefängnisgitter. Sie trägt ein Käppi mit einem militärischen oder polizeilichen Abzeichen (keine rote MAGA Mütze). Dahinter viele junge, durchtrainierte und tätowierte Insassen, oben ohne. Sie ist perfekt geschminkt, sehr viel Foundation, das komplette zwei Stunden Balken-Make-up. Wie gesagt, am linken Arm baumelt eine goldene Rolex Daytona, die fünfzig Tausend Euro kostet.
Ja, ich weiß ihr müsst auch atmen. Das Video kann man sicherlich googeln, das Standbild war allerdings schon schlimm genug!

Was sind die Kennzeichen der Anhänger*innen der faschistoiden Ästhetik?
Eine faschistoide Ästhetik bedient sich konservativer Elemente und nutzt Klassismus als machtvolles Narrativ, genau wie es die Misogynie durch gezielten Einsatz von Bildern einiger weniger, angepassten Frauen bestätigt.
Wir erinnern an dieser Stelle an die Waffen-SS, die einen eigenen ästhetischen Stil pflegte. Herausragen geschnittene Uniformen, stets rasiert, die gescheitelten Haare immer perfekt, die Stiefel blank geputzt. Die weibliche Ästhetik dieser Zeit war ebenfalls sehr feminin und züchtig zugleich, die Frau als Muttertier und Sexobjekt, das in der Küche ein nahrhaftes Mahl bereitet oder die Verwundeten pflegt.

Zunächst einmal ist bei den MAGA Frauen eine kohärente Richtung zu beobachten: Sehr feminin bis künstlich, äusserste Sorgfalt bei Haaren und sehr viel Make-up; der Kleidungsstil ist zugleich bieder-konservativ und aufreizend zugleich, wie beispielsweise Kostüme, diese dann sehr eng.
Rein optisch erfüllt die Ehefrau von Christian Lindner das Klischee, wobei ich hoffe dass es Zufall ist, die ich häufig aufgrund ihrer Outfits in der Gala sehe.

In Deutschland haben wir zwei männliche Vertreter dieser Ästhetik, die diese Richtung eingeschlagen haben. Ja, ich muss es nicht schreiben: Merz und Amthor. Socken mit Monogramm bei Merz, akkurater Haarschnitt mit Seitenscheitel bei Amthor, konservative und dabei durchaus kostspielige Kleidung. Manschettenknöpfe. Disclaimer: Amthor hat keine Ahnung von Anzügen.

Diese Ästhetik ist problematisch, weil es mehr ist, als ein „sich korrekt und angemessen“ für ein Amt kleiden. Das Unerfreuliche daran ist, dass es sehr subtil geschieht und wir solche „trivialen“ Signale gar nicht bewusst interpretieren. Geschieht dies mit Absicht, ist die Frage, die im Raum steht – und da gebe ich mal folgendes Beispiel: Zieht sich jemand die volle Goth-Kluft aus Versehen an? Kauft man aus versehen die Lonsdale Shirts und Bucket hats, die mittlerweile in der Neo-Nazi Szene so beliebt sind? Haben Leute aus versehen komische Runen und Tätowierungen…?

Parallel dazu hat Annika Brockschmidt, die USA Expertin, sich an den halbseidenen Promis wie Kardashian und diverse Tradwife Insta Influnecerinnen abgearbeitet, und zeigt die dort stattfindende Anbiederung bzw. die sehr lukrative Teilnahme an dieser faschistischen Ästhetik:
https://www.belltower.news/kardashian-stefani-wie-der-faschismus-in-die-popkultur-zieht-159403/

Eine Untersuchung der faschistischen Social Media Sphäre wäre sicherlich auch interessant, sind sämtliche Altersgruppen auf Insta, YouTube und TikiToki unterwegs, aber das ertrage ich nicht. Es gibt also demnächst wieder einen Bericht aus der Oper und random Düfte und Lippenstift. Roter Lippenstift wird ja auch sicherlich auch wieder zum Politikum, und oh mein Gott, da habe ich einiges in peto!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

CommentLuv badge